Montag, 30. Mai 2016

Raus aus dem Alltag

Diesen Montag gibt es nichts Genähtes, denn das verlängerte Wochenende haben wir für einen Kurzurlaub in Amsterdam genutzt.


Der Flur unseres Hotels läßt Quilterherzen höher schlagen. Die Kreuze sind aber in Anlehnung an die Flagge von Amsterdam, die drei weiße Andreaskreuze auf schwarzem Grund zeigt, umrahmt von zwei roten Balken.


Auch die Zimmer sind interessant eingerichtet. Die Motive am Kopfende varieren von Raum zu Raum.


Fahrräder beherrschen die Stadt. Man muß höllisch aufpassen, nicht von einem Radfahrer über den Haufen gefahren zu werden. Die Gefahr ist wesentlich höher als die Kollision mit einem Auto. Als Fahrradfahrer hat man anscheinend immer Vorfahrt, zumindest benehmen sich viele so. Die Höflichen bedanken sich, wenn man ihnen den Vortritt läßt. Und anscheinend sind Fahrradparkplätze genauso rar sind wie die für Autos. Am Bahnhof findet man sogar ein Fahrradparkhaus. Wie lange man wohl braucht, um hier sein Fahrrad wiederzufinden?


Not macht erfinderisch.


Apropos Parkplätze: wer Besitzer eines Elektroautos ist, bekommt direkt vor der Haustür einen kostenlosen Parkplatz nebst Ladestation, der Strom fürs Laden ist ebenfalls kostenlos.

Um die Stadt kennenzulernen empfielt sich unbedingt eine Grachtenfahrt. 


Am besten mit einem kleinen Boot. So erfährt man in netter Atmosphäre viel über die Stadt und nebenbei einige Anekdoten. So zum Beispiel, dass der Besitzer des kleinen braun-weißen Häuschens rechts in Front des Hotels Viktoria zu lange mit dem Verkauf seines Grundstücks wartete, weil er auf einen möglichst hohen Verkaufspreis spekulierte. Doch der Hotelbesitzer wollte nicht länger warten und baute das Hotel einfach um das kleine Haus herum.


Wer hätte gedacht, dass dieses Hausboot gerade für 1 Million Euro verkauft wurde. Nicht das Hausboot ist so viel wert, logisch, sondern der Anlegeplatz, denn den kauft man gleich mit. Das Wohnen auf einem Hausboot ist sehr angesagt, die Preise entsprechend.


 In unmittelbarer Nachbarschaft liegt diese futuristische Bleibe. 


Wenn man genau hinschaut, erkennt man den Storch über der Tür dieses Hauses. Solche Symbole stammen aus der Zeit, als noch viele Bewohnern Analphabeten waren.


Viele schiefe Häuser, Folge des Bauens auf weichem Torfboden. Noch heute werden die Häuser auf Pfählen errichtet.


Nicht selten hat man das Gefühl, sie würden zur Seite kippen, stände dort nicht gleich das nächste Haus, quasi zur Stütze. 



Natürlich gehören auch berühmte Brücken wie die 'Magere Brug' zum Programm einer Grachtenfahrt, wo sich gerade ein Brautpaar ablichten läßt.


Die 'sieben Schwestern', wie man diese Häuserreihe an der Amstel nennt.


Die kleinste Terrasse der Stadt.


Durch Zufall entdeckten wir am ersten Abend das Restaurant 'Green House Kitchen'.


Die Gerichte enthalten lokale Produkte, können je nach Saison variieren. Nachhaltigkeit steht im Vordergrund. Eine tolle Idee. Und Essen und Getränke sind nicht teurer als in anderen Restaurants. Davon müßte es viel mehr geben.


Als Nachtisch etwas Lakritz gefällig?


Es gibt immer wieder nette Lokalitäten, wo man einen kleinen Imbiss einnehmen kann.


In einer Seitenstraße entdeckte ich dieses Schild.


Unbedingt besichtigen wollte ich die versteckte Kirche "Ons' Lieve Heer op Solder", was übersetzt soviel heißt wie 'unser Lieber Herr auf dem Speicher'. Sie stammt aus der Zeit, als Amsterdam protestantisch wurde und Katholiken ihren Glauben nur noch heimlich ausüben durften. Im Fall der Fälle konnte der Priester die Kirche durch eine kleine Luke heimlich verlassen.


Die Dachkirche ist die letzte erhaltene ihrer Art und erstreckt sich über drei hintereinander gelegenen Häusern. Der Erbauer der Kirche nahm die Trennwände zwischen den Häusern auf dem Dachboden heraus und errichtete darin eine katholischen Gottesraum mit zwei Emporen.


Versteckter Durchguck zum Kirchenschiff.


Ein toller Blick aus einem der Dachfenster zur katholischen St. Nikolauskirche.



Auf der anderen Seite der Blick zur 'Oude Kerk'.


Überhaupt überragen die Kirchtürme der Stadt die meisten, auch neueren Häuser.


Durch Zufall haben wir diesen Wollladen entdeckt. Leider erst zum späten Geschäftsschluß am Donnerstag abend um 21:30 Uhr.



In unmittelbarer Nähe der 'Nieuwe Kerk' habe ich diesen netten Quiltladen 'Birdblocks' entdeckt. Zwei Häuser weiter findet man 'de Haan en Wagenmakers'.


Klar, dass ein paar Stöffchen bei 'Birdblocks' mit mußten. Auch ein Knopfladen befindet sich auf dem Nieuwezijds Voorburgwal. In Sachen Fingerhüte wird man in der Innenstadt ebenso schnell fündig. 


Dieses Kätzchen beobachtet das muntere Treiben auf der Straße.


Die Linie 14 in Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Johan Cruyff.


Viel zu schnell verging die Zeit. Wir müssen unbedingt wieder kommen. Es gibt noch so viel, was wir in der kurzen Zeit nicht anschauen konnten.

4 Kommentare

Hanna hat gesagt…

Liebe Britta,
Danke für diesen informativen Bericht über die Stadt, ich war schon einmal dort, aber wenn ich Deinem Bericht folge muß ich noch einmal hin, das habe ich alles nicht gesehen -
liebe Grüße
Hanna

Angelikas quilts and knits hat gesagt…

Hallo Britta,
leider waren wir nur einen Tag in Amsterdam und es hat wie aus Kübeln gegossen. Das Wasser stand so hoch in den Schuhen, dass es oben wieder raus quoll ! Die Schuhe habe ich noch vor Ort entsorgt, denn sie waren nicht nur nass, sondern sie stanken auch noch bestialisch :-/ Aber das wenige, das wir von Amsterdam gesehen habe, hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht :-)
Da hast Du ja DEN WOLLLADEN schlechthin gefunden :-) Das ist der von Stephen (West) und Penelope. Eine Pilgerstätte für ganz viele Strickbegeisterte :-)

Liebe Grüße
Angelika

Klaudia hat gesagt…

Du zeigst tolle Bilder von Amsterdam und einen super Bericht dazu
...wir waren vor Jahren auch mit unserem Kegelclub in Amsterdam..es war eine tolle Tour, die ich jeder Zeit wiederholen würde.

LG Klaudia

Ursula hat gesagt…

WOW - was für ein toller Bericht. Einiges habe ich wieder erkannt - ist aber schon sehr lange her, dass ich in Amsterdam war (in den 70igern. Danke für die tollen Bilder und dass Du uns auf diese Reise mitgenommen hasst.
Liebe Grüße
Ursula