Donnerstag, 20. Juli 2017

Washington - Lima

Kurz vor Anna-Lena's Abflug nach Lima kam mir die Idee ihr noch eine handliche Kulturtasche mit der Möglichkeit zum Aufhängen zu nähen. Die Kulturtasche, die ich ihr vor 6 Jahren genäht habe, ist zwar immer noch im Gebrauch und auch mit nach Lima geflogen, aber nicht so strapazierfähig wie eine aus Wachstuch. Der Schnitt ist aus dem Buch "Noch mehr tolle Taschen selbst genäht" von Miriam Dornemann.


Da mein Wachstuch nicht reichte, habe ich das obere Reißverschlussfach nicht wie in der Anleitung vorgesehen bis ganz unten zugeschnitten. Es reicht bis unter die drei Einsteckfächer, was meiner Meinung nach auch vollkommen ausreicht. Ich mag mir nicht ausmalen, was es für eine Sucherei wäre, wenn diese Tasche bis ganz unten reichen würde. Die untere Reißverschlusstasche ist so geräumig, dass man eigentlich alles Nötige unterbringen kann.


Als Kontrast zum grauen Wachstuch habe ich Schrägband und Reißverschlüsse in sattem Pink gewählt. Das sieht zum einen peppig aus, zum anderen war es schier unmöglich ein passendes graues Schrägband zu bekommen. Passend dazu sind auch die Nähte pink abgesteppt.


Und noch etwas mußte ich abwandeln. Oberhalb der oberen Reißverschlusstasche sollt laut Anleitung ein Fischbeinstab wie man ihn in Korsetts findet eingearbeitet werden. In der kürze der Zeit war der nicht mehr zu bestellen. Also wurde das Internet nach Alternativen befragt und tatsächlich eine obendrein kostengünstige Variante gefunden: ein Kabelbinder, den ich in unserem Werkzeugschrank fand. Perfekt. So wurde die handliche Kulturtasche noch rechtzeitig fertig. Und eine flotte "Washington" konnte nach Peru fliegen.

Montag, 17. Juli 2017

Verpackungskünstler und Wasserträger

Als ich auf die Anleitung für meine neuen Untersetzer stieß, war ich eigentlich auf der Suche nach dem Tutorial für Jeni's Lined Drawstring Bags. Ich hatte mir nämlich überlegt, einige der Gastgeschenke, die das Tochterkind mit nach Lima nimmt, in diesen zu verpacken.


Vier verschiedene Größen habe ich ausprobiert, wobei ich die Maße zum Teil an den Inhalt angepaßt habe. Innen sind die Geschenkbeutel mit einem dünnen Hemdenstoff gefüttert.

Außerdem habe ich noch einen Flaschenträger genäht. Meine Mutter hatte mir vor einiger Zeit so ein praktisches Teil, dass sie nach einem gekauften Modell genäht hatte, geschenkt. Dieses war eine dankbarer Begleiter während unseres letzten Berlinaufenthalts bei Gluthitze. Man hat die Hände frei, kann aber jederzeit nach seiner Wasserflasche greifen ohne erst den Rucksack abnehmen zu müssen. Für den Flaschenträger braucht man lediglich 1,50 m Gurtband, einen Rest festeren Stoff und eine Steckschnalle oder KamSnaps.


Ich habe mich für KamSnaps entschieden, habe gleich zwei Paar angebracht, so dass man die Länge variieren kann. Mit einer Gurtschnalle ist es natürlich noch variabler, aber die hatte ich in der Breite und Farbe nicht vorrätig.

Samstag, 15. Juli 2017

Christmas in July

Auch wenn es die letzten zwei Wochen verdächtig ruhig auf meinem Blog war, war ich nicht untätig. Gestern hat unsere Große ihre Reise nach Peru angetreten, und dafür galt es vieles vorzubereiten. Auch genäht habe ich das eine oder andere, nur für Blogposts fehlte mir die Zeit. Das versuche ich jetzt nachzuholen.

Als wir die Geschenke für die Gastfamilie in Lima aussuchten, wollten wir ein paar typisch deutsche Geschenke auswählen. Da wir wußten, dass Weihnachtsdeko ein gern gesehenes Geschenk ist, entschieden wir uns für eine kleine Pyramide aus dem Erzgebirge, denn hier gibt es einen wunderschönen Laden, wo man aus einem riesigen Sortiment auswählen kann.  Ich persönlich hätte ja die Kurrendesänger gewählt, aber dem Tochterkind gefielen die Engel besser. Also haben wir die genommen.


Zu Hause angekommen, kam mir die Idee, ein kleines Deckchen für die Pyramide zu nähen. Es ist schon ein komisches Gefühl bei 30 °C die Weihnachtsstoffe hervorzuholen.


 Aber Hexies zu nähen macht mit jedem Motiv viel Spaß.


Diese Art die Hexies gleich mit dem Quilting zu befestigen wollte ich schon länger ausprobieren. Es wird auch nicht bei diesem einen Versuch bleiben, denn es geht schnell und hat mir viel Spaß gemacht.


Freitag, 30. Juni 2017

Kettenreaktion

Nun ist der Juni auch fast Geschichte, aber viel an der Nähmaschine war ich wegen des tollen Wetters nicht wirklich. Die schönen Tage habe ich lieber im Freien als in meinem heißen Nähzimmer unterm Dach verbracht.
Nichtsdestotrotz brauchte ich eine Kleinigkeit als Geschenk. Außerdem wollte ich endlich mal die Lined Drastring Bag von Jeni ausprobieren. Auf der Suche nach ihrem Tutorial wurde ich auf ein ganz anderes Tutorial für Untersetzer aufmerksam. Da war die Idee für mein Geschenk und die sechs Untersetzer schnell genäht. Die Taschen müssen noch ein wenig warten.


Aber warum nur zum Verschenken nähen? Wir könnten auch ein paar neue schicke Untersetzer gebrauchen.


Je tiefer ich in meine Stoffkisten griff, um so mehr Stoffe fielen mir in die Hände, die einen schönen Mittelpunkt für den Log Cabin bilden könnten.


Eule, Elch und co. stammen von einem Stöffchen von Stoff&Stil, eigentlich für Polaroidblöcke vorgesehen, aber Log Cabin ist ja auch so etwas wie ein Fotorahmen.



Mit diversen Scraps umrahmt entstehen viele neue Unikate.


 Erkennt ihr die kleinen Engelchen?


 Zebra und Vogel friedlich vereint.


So kam in kurzer Zeit ein schöner Stapel zusammen. 


Verlinkt beim "Modern Patch Monday"

Samstag, 17. Juni 2017

Eine zweite JohnBoy

Nachdem ich in den letzten Wochen hauptsächlich Shirts genäht habe, hatte ich mal wieder Lust aufs Taschennähen. Genauer gesagt wollte ich noch eine zweite JohnBoy nähen. Sie hat die ideale Größe, wenn man nur mal eine Nacht unterwegs ist. Wachstuch und Gurtband waren inzwischen auch gut abgehangen.


Meine neue JohnBoy hat neben einem Karabiner am Band fürs Schlüsselbund eine geräumige Innentasche für Kleinkram bekommen, denn die vermisse ich bei meiner ersten JohnBoy schmerzlich.



Und wie bei meiner Alexa kann die geräumige Innentasche mittels Klettband auch mal heraus genommen werden.


Da der Schnitt recht schlicht ist, habe ich zwei Webbandstücke einmal am Gurtband und das andere unterhalb der Lasche für den Schultergurt eingearbeitet.


Die metallisierten Reißverschlüsse stammen wie immer von Machwerk. Sie gefallen mir einfach am besten und halten auch viel aus.


Ein kleines Stück Wachstuch ist jetzt noch übrig. Vielleicht reicht es ja noch für eine passende Geldbörse.

Montag, 12. Juni 2017

Patchworktage 2017

Freitag früh habe ich mich Richtung Fürth aufgemacht, um die Patchworktage der deutschen Patchworkgilde zu besuchen. Gleich zu Anfang war ich überrascht, wie schön Fürth ist. In der Nachbarstadt Nürnberg war ich ja schon diverse Male, aber auch Fürth ist eine Reise wert.

Rathaus

Theater

Besonders die Altstadt ist sehr reizvoll mit phantasievollen Brunnen und den vielen Innenhöfen.










Beeindruckt haben mich aber auch die massiven Bauten rund um die Fußgängerzone. In unmittelbarer Nähe meines Hotels der Stadtpark, wo man ein schattiges Plätzchen fand.


Die Ausstellungen waren wieder sehr abwechslungsreich. Endlich konnte ich die EQA-Beiträge aller Länder sehen. Meinen Beitrag hatte ich ja schon im letzten Jahr nach der Premiere in Birmingham dank Martina zeigen können. Leider wurde der Titel immer noch nicht korrigiert, aber da die Quilts in Fürth bunt gemischt hingen, war es nicht ganz so schlimm. Eine Zuordnung war eh nur schwer möglich. Und die Vielfalt der Beiträge machte alles wett. Dieser Aspekt gefällt mir immer sehr an solchen Ausschreibungen, egal ob Thema oder Material vorgegeben sind.

Im Herbst hatte die Patchworkgilde wieder zu einem Challenge aufgerufen und ich hatte eines der Stoffpakete bekommen können.


Thema des Challenge "mein Garten".  Ich habe einzelne Blüten ausgeschnitten und mit einer gelben Perle auf dem Top befestigt. Das grüne Garn kam mir sehr passend und wurde gleich fürs Quilten eingesetzt.


Ein wenig schade fand ich, dass am Sonntag die Quilts von Ricky Tims abgehangen waren. Ich wollte sie mir an dem Tag noch mal in Ruhe ansehen und das eine oder andere Foto machen. Elisabeth machte mich dann darauf aufmerksam, nachdem ich sie schon ein wenig irritiert gesucht hatte.

Leider fand ich in Fürth nicht einen Fingerhut, aber die Gilde hatte für Fürth einen neuen Pin herausgebracht, der zusammen mit dem neuen Buch von Bernadette Mayr und einem Charmpack der neuen Serie von Brigitte Heitland mit ins Gepäck kam.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Wilde Früchtchen

Als ich vor zwei Jahren die Stoffe für zwei Sommerkleider bestellte, habe ich mich reichlich in der Menge verschätzt. Mindestens ein Meter zu viel reichte es aber locker für zwei neue T'shirts.
Entschieden habe ich mich für das 'Kimono Tee' von Maria Denmark. Man bekommt das Freebook, wenn man den Newsletter bestellt. Ich finde der Schnitt paßt perfekt zu den Stoffen.


Das Schöne an diesem Schnitt ist, dass das T'shirt im Nu genäht ist. Zuschneiden und Nähen hat pro Shirt nur rund eine Stunde Zeit in Anspruch genommen, da ich es mir auch einfach gemacht habe und die Nahtzugabe am Halsausschnitt nur umgelegt und festgesteppt habe, statt ihn gemäß derAnleitung mit einem Stoffstreifen einzufassen. Zum Säumen von Jersey nehme ich am liebsten einen ganz schmalen Zickzackstich, da er sich noch ausreichend dehnt, gleichzeitig aber schön unauffällig bleibt.


Da sich in der Zwischenzeit so viele Jerseyreste angesammelt haben, aus denen man nichts mehr schneidern kann, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht sie doch noch zu verwenden. Früher hätte ich daraus Puppenkleidung genäht, aber dafür habe schon lange ich keinen Abnehmer mehr. Nun habe ich Streifen geschnitten, die Enden mit Zickzack aneinander genäht und angefangen die Streifen zu verschricken.


Vielleicht wird daraus irgendwann mal ein Bettvorleger oder ähnliches. Es wird aber ein Langzeitprojekt werden, denn es ist mühsam die Streifen zu verstricken und schon nach kurzer Zeit machen Hände und Schultern schlapp.

Dienstag, 6. Juni 2017

Srappy finished

Gerade noch pünktlich fertig geworden ist die scrappy Kniedecke. Mit ihrer Größe von 1,20 x 1,50 Meter ließ sich sich auch gut Quilten.


Die Streifen für's Binding hatte ich gleich zu Anfang schon zugeschnitten und beiseite gelegt.


Für die Rückseite habe drei farblich passende Stoffstücke genommen.


Jetzt muß sie nur noch schnell eingepackt werden und dann wird sie heute noch überreicht.

Sonntag, 28. Mai 2017

Berlin ist eine Reise wert

Das lange Wochenende haben meine Töchter und ich für einen Besuch in der Hauptstadt genutzt. Und Berlin zeigte sich von seiner sonnigen Seite.


Da die Töchter zum ersten Mal in Berlin waren durfte zwischen den Einsätzen der Jüngsten mit dem Posaunenchor Kulturelles und Geschichtliches nicht fehlen. Oft ließ es sich auch gut miteinander verbinden wie der Besuch der Gedächtniskirche nach einem Einsatz vor dem KaDeWe.


Wie man auf dem oberen Foto sieht war die Innenstadt am Samstag vom bevorstehenden Pokalfinale geprägt. Aber mich fazinierte das Blau der Fenster mehr.


Im KaDeWe kamen die Töchter aus dem Staunen nicht mehr heraus. So ein großes Kaufhaus mit diesem schier unerschöpflichen Angebot kannten sie bis dato nicht. Und Designerkleider und Schmuck von Tiffany hatten wir drei Landeier auch noch nicht gesehen. Ich sage nur: Diamonds are a girls best friends.


Dank einem Mitglied des Posaunenchores hatten wir eine Einladung eines Bundestagsabgeordneten aus der Heimat zur Besichtigung des Bundestags bekommen.



Es war unheimlich spannend mal hinter die Kulissen schauen zu können. Allein die Kontrollen wie im Flughafen inklusive Ausweisabgabe, um hereingelassen zu werden. Dieses Bild ist im Untergeschoss des Jakob-Kaiser Hauses gemacht, man hatte aber überhaupt nicht das Gefühl im Keller zu sein. Spannend, dass unser Einlass im Gebäude auf der anderen Straßenseite war und wir überhaupt nicht bemerkt hatten, dass wir unter der Straße laufen.


Diese Telefonzellen stammen aus einer Zeit, als es keine Handys gab und die Abgeordneten von hier aus in ihre Büros telefonieren konnten, um fehlendes Material anzufordern. Man kann sich wirklich nicht vorstellen, wie lang die Wege sind. 'Mal eben' ins Büro und zurück in den Plenarsaal ist nicht.


Abgeordnetensessel aus Bonn.


Nicht nur Erinnerungsstücke findet man im Übergang vom Jakob-Kaiser Haus zum Reichstagsgebäude, auch viel Kunst in Form von Gemälden und diesem Archiv der Deutschen Abgeordneten zwischen 1919 und 1999, die demokratisch ins jeweilige Parlament gewählt geworden waren, darunter auch Namen wie Heinrich Himmler. Das klingt verstörend, war aber Folge demokratischer Wahlen, wie uns erklärt wurde. 


Die schwarze Box symbolisiert die Jahre, in denen Deutschland über kein demokratisch gewähltes Parlament verfügte. Und Parlamentarier, die ermordet wurden, haben einen schwarzen Vermerk unter dem weißen Namensschild mit Todestag.


Mehrerer solcher Figuren finden sich im Innenhof des Jakob-Kaiser-Hauses.


Und das ist eine Art Kunst im Fahrstuhl. Da wurden alle Handys und Kameras hochgehalten.


Vor dem Plenalsaal der Flur, in dem sich unter anderem das Büro der Bundeskanzlerin befindet.


 Sie befand sich aber zu dem Zeitpunkt in Brüssel.


Ein weiterer Einsatzort des Posaunenchores war an diesem Nachmittag auf der Freundschaftinsel in Potsdam. Gleich gegenüber der Insel liegt das kürzlich eröffnete Museum Barberini, und direkt dahinter, auf dem Foto leider verdeckt, die Nikolaikirche.


 Das holländische Viertel von Potsdam.


 Auch Potsdam hat ein Brandenburger Tor.




Nicht fehlen durfte ein Besuch des Parks von Schloss Sanssouci. Auf der anderen Straßenseite der nach 10 Jahren Bauzeit wieder erschaffene Winzerberg.


Bei tollem sommerlichem Wetter war es eine große Freude durch den Park zu spazieren vorbei an vielen Skulpturen. Wie man sieht nicht nur römisch inspiriert, wie man sie von anderen Schlossparks kennt.



 Dann endlich der Blick auf die Sommerresidenz von König Friedrich II.





Der Park ist so riesig, dass man zu Fuß lange unterwegs wäre, um alles zu sehen.


 Aber zum Glück kann man per Bus alle Sehenswürdigkeiten wie das Neue Palais erreichen. Hier der Blick aufs Palais durch das Triumphtor.





Die Tage in Berlin hatten viele Höhepunkte. Einer war den früheren Präsidenten Barack Obama auf der Bühne am Brandenburger Tor zu erleben.


Meinen Bericht schließe ich mit einem meiner Lieblingsmotive von Berlin, der Oberbaumbrücke unweit der East Side Gallery, wo die Tochter ihren ersten Einsatz hatte.