Donnerstag, 7. September 2017

Eine Frau Fannie mit Hindernissen

Einer meiner Lieblingskleiderschnitte ist Frau Fannie von Schnittreif. In allen möglichen Variationen habe ich das Kleid schon für mich und meine Töchter genäht. Da der Herbst schon die ersten Boten sendet, wollte ich eine schlichte Frau Fannie aus kuscheligem Sweat nähen. Wenn man einen Schnitt schon mehrfach genäht hat, geht selbst das Zuschneiden fast von allein. Aber dieses Mal ging es überhaupt nicht leicht von der Hand. Egal wie ich die einzelnen Teile legte, es passte nicht. Irgendwann kam mir die Idee, mal den Stoff auszumessen, und siehe da es fehlten 15 cm. Das konnte nicht am vorherigen Waschen liegen. Reklamieren konnte ich den Stoff aber nicht mehr, da vorgewaschen und ich den Stoff schon angeschnitten. Da ist man in unserem Stoffladen rigoros, egal wie oft man dort schon gekauft hat. Hätte eh nichts gebracht, der Stoff war auch nicht mehr vorrätig. Aber in Zukunft passe ich besser auf.


Irgendwie habe ich es dann doch noch hinbekommen, in dem ich die Schnitteile der Ärmel und Taschen noch mal ausgedruckt habe, damit ich die Teile einzeln auf dem Stoff auslegen und somit die Teile besser schieben konnte. Und notgedrungen hat meine Frau Fannie dreiviertel Ärmel bekommen, sonst hätte alles Schieben nicht geholfen. Aber diese "Notlösung" gefällt mir im Nachhinein richtig gut, gibt sie dem doch recht schlichten Kleid ein wenig Pfiff.


Und ich liebe dieses Kleid schon jetzt, es trägt sich sehr angenehm und läßt sich super kombinieren. Nur fotografieren ließ sich der schwarze Sweat ganz schlecht.

Montag, 21. August 2017

Auf Reisen

Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal seit 11 Jahren nur mit einem Kind im Urlaub und so durfte das Tochterkind bestimmen, wohin die Reise geht. Und ihr Wunsch lautete zum Bodensee. Da wir vor drei Jahren nur einen Teil des Bodensees bereist hatten, waren auch die Eltern von dem Reiseziel mehr als angetan. Dieses Mal haben wir auf der anderen Seite des Sees unsere Zelte aufgeschlagen, in Bregenz. Wer mir auf Instagram folgt, hat unsere Reise dort schon verfolgen können. Berühmt ist die Stadt für ihre Festspiele und außerhalb der Vorstellung  hat man freien Zugang zur Seebühne.


 Auch die Seepromenade läßt zum Verweilen ein.




Aber auch in der Stadt gibt es viel zu entdecken. Wer wußte, dass man in Bregenz die mit 57 cm schmalste Hausfassade findet?


Oder ein Pedant zum Brüsseler "Manneken Pis"?


Und diese beiden Quilts in der Herz-Jesu-Kirche ließen mein Quilterherz höher schlagen.



Ein absolutes Muss ist die Fahrt auf den Bregenzer Hausberg, den Pfänder. Schon der Blick auf die Häuser am Fuße des Pfänder ist toll, aber noch besser dann der Blick über den ganzen Bodensee bis nach Konstanz. Von dort oben hat man des besten Blick auf die Rheinmündung und erkennt gut die unterschiedlichen Farben von Rhein und Bodensee.


Gegenüber die Insel von Lindau. Dort waren wir auch, Bilder von dort und aus St. Gallen, wo wir vor drei Jahren auch schon waren, schenke ich mir mal, sonst endet der Bericht nie.


Bei so schönem Wetter macht das Wandern um so mehr Spaß und zu entdecken gibt es auch immer was.


Und der Bergkäse von hier oben schmeckt so was von lecker, was bei diesen saftigen Wiesen kein Wunder ist.


Wer auf dem Jakobsweg wandert, kommt an der Trögenkapelle vorbei.


Mindestens genauso schön und imposant ist aber der Blick vom Karren in Dornbirn. Auf der Panormaplattform über dem Abgrund zu schweben ist nichts für schwache Nerven.


 Aber der Blick über Dornbirn herüber zur Schweiz und bis zum Bodensee einmalig.


Und ein toller Ort für einen Heiratsantrag. Da kann die Braut nicht anders als "Ja" sagen.


Beim Abstieg vom Karren kommt man durch die Rappenloch- und die Alplochschlucht.




Der Blick vom Karren ist so einmalig, dass wir gleich noch einmal an einem der darauffolgenden Abenden hochgefahren sind um den Sonnenuntergang und das Lichtermeer im Dunkeln zu genießen.




Nicht weit entfernt von Bregenz ist das Fürstentum Lichtenstein. Leider kann man die Burg in Vaduz nicht besichtigen.


 Aber so blieb Zeit für einen Stadtbummel durch Vaduz.


Aber der Höhepunkt unserer Reise war zweifellos der Besuch von Schloß Hohenschwangau


und ganz besonders Schloß Neuschwanstein. Dieses Schloß zu besichtigen, davon habe ich schon als Teenager geträumt, aber nie war ich auch nur annähernd in der Umgebung, dass ein Besuch möglich gewesen wäre. Der Blick von der Marienbrücke ist so kitschig schön, man kann sich einfach nicht sattsehen daran. Und da das allen Besuchern so geht, muß man nicht nur am Ticketschalter Geduld mitbringen, sondern auch an der Marienbrücke.


Bei dieser Kulisse hoch über der Pöltenschlucht kann ich Ludwig II. gut verstehen, dass er genau hier sein Märchenschloß bauen ließ. Ich konnte die Finger nicht vom Auslöser meiner Kamera lösen.


Die Fingerhutausbeute war ausgezeichnet, ich brauche so langsam einen zweiten Setskasten.


Damit das jetzt nicht als reiner Reisebericht endet, zeige ich euch noch zwei kuschelige Autokissen, die ich kurz vor unserem Urlaub noch nach einer Anleitung von Karin genäht habe. 


Der Clou des Kissen ist, dass es in der Mitte nicht gefüllt ist und dort der Sicherheitsgurt liegt und man es sich so auf der langen Autofahrt schön gemütlich machen kann, wenn man das Gück hat Beifahrer zu sein. Die kleine Tasche nimmt das Handy auf zum Musikhören während der Fahrt.

Sonntag, 30. Juli 2017

Neue Bücher im Regal und ein Giveaway

Wieder einmal wurden mir vom Stiebner Verlag neue Bücher zur Verfügung gestellt. Den Anfang macht "Die Stoffwerkstatt" von Laurie Wisbrun.


Thema des Buches ist wie man Stoffe auf die unterschiedlichste Art gestalten kann. Am Anfang werden die wichtigsten Stoffarten und ihre Eigenschaften erklärt. Ungefähr die Häfte des Buches beschäftigt sich mit dem Thema Muster entwerfen, sei es von Hand oder mit dem Computer, und dem Bedrucken bzw. Färben von Stoffen. Dabei werden die verschiedensten Möglichkeiten beschrieben und anhand von Fotos Schitt für Schritt erklärt.


Im zweiten Teil des Buches geht um das Verzieren von Stoffen mit Pailetten und Knöpfen, Stickereien, Spitzen und Bändern.


Aufgelockert werden die einzelnen Themen durch Interviews verschiedener Künstler. Im Anhang des Buches finden sich Färbetabellen, Bezugsquellen, Zeitschriften, Bücher und Blogs zum Thema und ein ausführliches Glossar von A bis Z.

Das zweite Buch ist "Gut kopiert ohne Auftrennen" von Steffani Lincecum. Welch schöne Aussicht, die Lieblingsbluse, die vom vielen Tragen abgenutzt aber nicht mehr zu kaufen ist, als neues Exemplar im Kleiderschrank zu haben.


Steffani Lincecum erklärt sehr ausführlich, wie man mittels Papier oder dünnem Stoff Schnitte von Röcken, Kleidern oder Blusen und sogar Taschen abnimmt. Anhand von Zeichnungen und Fotos wird jeder Schritt erklärt. Die einzelnen Themen sind farblich gekennzeichnet, so dass man das Gesuchte schnell aufschlagen kann.


Gleichzeitig ist das Buch ein guter Näh-Ratgeber, denn es werden Grundlagen des Nähens wie das Einsetzen eines Reißverschlusses oder das Nähen von Manschetten und Kragen bei einer Bluse vermittelt. Am Ende findet sich auch in diesem Buch ein Glosssar über Begrifflichkeiten und nützliches Werkzeug.

Das dritte Buch ist "Häkeln zur Entpannung".


Es enthält 18 einfache Häkelprojekte von der Einkaufstasche


über kleine Körbchen, verschiedene Kissen


hin zu Stulpen, Mützen, Schals, Loops und Hausschuhen.


Alle Anleitungen sind anschaulich bebildert und ausführlich erklärt. Im Anhang findet sich eine Erklärung des wichtigsten Techniken. Als einziges Manko finde ich, dass bei einigen Modellen für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Gewichtsangaben der Wollknäuel angegeben sind, so dass man erst auf 50 g oder 100 g Knäuel umrechnen muß.

Freundlicherweise hat der Stiebner Verlag mir von diesem Buch ein zweites Exemplar für eine Verlosung auf dem Blog zur Verfügung gestellt. Wenn ihr "Häkeln zur Entspannung" gewinnen möchtet, hinterlasst mir bis zum 20.August einen Kommentar zu diesem Blogpost und ihr wandert in den Lostopf. Viel Glück!

Mr. Random hat für mich die Glücksfee gespielt 


 und gewonnen hat 





Herzlichen Glückwunsch Petra!

Donnerstag, 20. Juli 2017

Washington - Lima

Kurz vor Anna-Lena's Abflug nach Lima kam mir die Idee ihr noch eine handliche Kulturtasche mit der Möglichkeit zum Aufhängen zu nähen. Die Kulturtasche, die ich ihr vor 6 Jahren genäht habe, ist zwar immer noch im Gebrauch und auch mit nach Lima geflogen, aber nicht so strapazierfähig wie eine aus Wachstuch. Der Schnitt ist aus dem Buch "Noch mehr tolle Taschen selbst genäht" von Miriam Dornemann.


Da mein Wachstuch nicht reichte, habe ich das obere Reißverschlussfach nicht wie in der Anleitung vorgesehen bis ganz unten zugeschnitten. Es reicht bis unter die drei Einsteckfächer, was meiner Meinung nach auch vollkommen ausreicht. Ich mag mir nicht ausmalen, was es für eine Sucherei wäre, wenn diese Tasche bis ganz unten reichen würde. Die untere Reißverschlusstasche ist so geräumig, dass man eigentlich alles Nötige unterbringen kann.


Als Kontrast zum grauen Wachstuch habe ich Schrägband und Reißverschlüsse in sattem Pink gewählt. Das sieht zum einen peppig aus, zum anderen war es schier unmöglich ein passendes graues Schrägband zu bekommen. Passend dazu sind auch die Nähte pink abgesteppt.


Und noch etwas mußte ich abwandeln. Oberhalb der oberen Reißverschlusstasche sollt laut Anleitung ein Fischbeinstab wie man ihn in Korsetts findet eingearbeitet werden. In der kürze der Zeit war der nicht mehr zu bestellen. Also wurde das Internet nach Alternativen befragt und tatsächlich eine obendrein kostengünstige Variante gefunden: ein Kabelbinder, den ich in unserem Werkzeugschrank fand. Perfekt. So wurde die handliche Kulturtasche noch rechtzeitig fertig. Und eine flotte "Washington" konnte nach Peru fliegen.

Montag, 17. Juli 2017

Verpackungskünstler und Wasserträger

Als ich auf die Anleitung für meine neuen Untersetzer stieß, war ich eigentlich auf der Suche nach dem Tutorial für Jeni's Lined Drawstring Bags. Ich hatte mir nämlich überlegt, einige der Gastgeschenke, die das Tochterkind mit nach Lima nimmt, in diesen zu verpacken.


Vier verschiedene Größen habe ich ausprobiert, wobei ich die Maße zum Teil an den Inhalt angepaßt habe. Innen sind die Geschenkbeutel mit einem dünnen Hemdenstoff gefüttert.

Außerdem habe ich noch einen Flaschenträger genäht. Meine Mutter hatte mir vor einiger Zeit so ein praktisches Teil, dass sie nach einem gekauften Modell genäht hatte, geschenkt. Dieses war eine dankbarer Begleiter während unseres letzten Berlinaufenthalts bei Gluthitze. Man hat die Hände frei, kann aber jederzeit nach seiner Wasserflasche greifen ohne erst den Rucksack abnehmen zu müssen. Für den Flaschenträger braucht man lediglich 1,50 m Gurtband, einen Rest festeren Stoff und eine Steckschnalle oder KamSnaps.


Ich habe mich für KamSnaps entschieden, habe gleich zwei Paar angebracht, so dass man die Länge variieren kann. Mit einer Gurtschnalle ist es natürlich noch variabler, aber die hatte ich in der Breite und Farbe nicht vorrätig.