Ich weiß, der echte Liedtext geht ein wenig anders, aber Häkeln gehört nicht unbedingt zu meinen großen Leidenschaften und so schoß mir der Liedtext in dieser Form durch den Kopf, als ich (widerwillig) die Wolle kaufte.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich meinen Großeltern zum Einzug ins neue Haus eine Hülle für die Ersatztoilettenpapierrolle häkeln mußte und diese ziemlich windschief wurde. Irgendwie hatte ich die Zunahmen an den falschen Stellen gemacht oder es waren zu viele. Jedenfalls war sie windschief und nicht besonders hübsch. Mein Opa hielt sie trotzdem zeitlebens in Ehren, wahrscheinlich weil er ahnte, wieviel Schweiß darin steckte.
Als im letzten Winter die Boshi-Mützen in Mode kamen, fragte ich vorsichtig meine Tochter, was sie von dieser Modeerscheinung denn so halten würde und war so was von froh, dass sie nicht Objekt der Begierde war. Glück gehabt, dachte ich nur und war richtig glücklich über ihre ablehnende Haltung.
Leider trat neulich selbige Tochter an mich heran: "Mama, diese Boshi-Mützen, in meiner Klasse trägt man die jetzt. Alle haben schon eine, nur ich nicht...." Den Rest könnt ihr euch denken. Und so stand ich dann nicht besonders glücklich im Geschäft an der Kasse und mir schoß besagtes Lied durch den Kopf.
Zum Glück ist so eine Boshimütze wirklich schnell gehäkelt und ich hoffe, Tochterkind weiß diese Mütze besonders zu schätzen. Noch eine bekommt sie von mir nicht, die muß sie sich dann selbst häkeln. Schließlich war ich damals auch ungefähr in ihrem Alter und Häkeln kann sie inzwischen dank eines Urlaubs bei der Oma.
Als ich meiner Mutter von meinen
Häkelversuchen erzählte und diese Toilettenpapierhaube erwähnte, fragte sie mich, ob die so grünlich gewesen wäre. Als ich das bejahte, nahm
sie mich mit in mein altes Zimmer, und was steht dort im Bad auf der
Fensterbank: das grüne Etwas von anno tuck. Ich fass' es nicht. Eigentlich dachte ich, dieses Relikt meiner kreativen Anfänge wäre
inzwischen entsorgt worden.