Montag, 28. April 2014

Wenn einer eine Reise tut

Dann kann er viel erzählen... Wieder einmal führte mich mein Weg an die Nordsee in meine "zweite Heimat" Cuxhaven. Ich war schon so oft dort, dass es eigentlich nicht mehr viel Neues zu entdecken gibt. Dieses Jahr hatten wir aber so viel Glück mit dem Wetter, dass ich mir einen lang gehegten Traum erfüllen konnte: barfuss 12 km durchs Watt nach Hamburg. Nun werden viele denken, dass ist doch unmöglich, Hamburg liegt mehr als 12 km von Cuxhaven entfernt und ist nicht durchs Watt erreichbar. Ich war auch nicht in der eigentlichen Hansestadt, sondern auf der Insel Neuwerk, die, obwohl sie dichter bei Cuxhaven als bei Hamburg liegt, doch zu letzterer gehört. Vor vielen Jahren bin ich schon einmal dorthin und zur benachbarten Vogelschutzinsel Scharhörn gelaufen, aber es ist immer wieder ein Erlebnis und es war bestimmt nicht das letzte Mal, wenn Wetter und Tide mitspielen.


Unterwegs gab es viel zu entdecken, Muschelbänke, die von weitem wie Sandbänke aussahen,


ein gefleckter Blattwurm, sein Laich und seine Spuren im Watt,


Laich der Wellhornschnecke,


und die seltene Islandmuschel.


Irgendwann wurde die Silhouette der Insel immer größer und die Wattwagen und einzelne Reiter kamen uns entgegen, denn sie mußten ja vor der Flut wieder auf dem Festland zurück sein.


Ein Beweisfoto, dass ich wirklich gelaufen bin.


Und nach knapp 3,5 Stunden Fussweg lag die Insel endlich vor uns.


Begrüßt wurden wir von zahlreichem Geschnatter, denn auf Neuwerk sind Gänsewochen. Die Ringelgänse machen jedes Jahr im Frühling und im Herbst auf den Salzwiesen Neuwerks zu Tausenden Halt, um sich für den Weg nach Skandinavien bzw. in den warmen Süden noch mal richtig satt zu fressen.


Auf der ganzen Insel sah man überall Scharen von Gänsen.


Ein Osterhase hatte sich auch noch verspätet eingefunden.
 

Da die Wattwagen schon wieder zurückgefahren waren, das Schiff aus Cuxhaven aber erst rund zwei Stunden später ankam, war die Insel herrlich leer; mal abgesehen von den Gänsen.



Irgendwann tauchte das Schiff  mit dem Rest der Familie im Hafen auf.


Wegen extremen Niedrigwassers kam die MS Flipper nur langsam voran.


Ein weiterer Höhepunkt folgte schon zwei Tage später. Zufällig lasen wir an der "Alten Liebe" von einer Sonderfahrt des Feuerschiffs Elbe1, das normalerweise als Museumsschiff an der "Alten Liebe" vor Anker liegt, zur Insel Helgoland. Da diese Fahrt nur 7 bis 8 mal pro Jahr stattfindet, war das ein absolutes Muß.


Leider war die Sicht an diesem Tag nicht gut,


aber auf Helgoland erwartete uns ein weiterer Höhepunkt, den ich live noch nicht erlebt hatte: brütende Basstölpel, Trottellummen, Eissturmvögel und Dreizehenmöwen dicht an dicht gedrängt am Lummerfelsen.


Und die Basstölpel waren kein bißchen scheu und ließen sich von den zahlreichen Besuchern überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, so dass man sie in aller Ruhe aus nächster Nähe fotografieren konnte.


Selbst die "Lange Anna" war übervölkert.




Bei der Rückkehr nach Cuxhaven erstrahlte schon von weitem die Kugelbake und der Hafen an der "Alten Liebe".



Ein Dockschiff wird in den Hafen gezogen.


Ein wenig Gewerkeltes kann ich auch noch zeigen, allerdings nicht von mir. Vor dem frühlingshaften Schloss Ritzebüttel


waren die Kanonen schön umhäkelt.


Endlich gibt es in Cuxhaven auch Fingerhüte zu kaufen. Auf Helgoland gab es sogar richtig viel Auswahl an Fingerhüten.


Souvenirmünzen von Neuwerk und Helgoland sowie ein Pin der Elbe1 mußten auch unbedingt mit.

6 Kommentare

Hanna hat gesagt…

Was für ein schöner Bericht, der Fernweh weckt. Als Kind war ich einmal mit meiner Oma (Hamburgerin) auf Helgoland, möchte unbedingt wieder hin -
liebe Grüße
Hanna

Patchworkjana hat gesagt…

Ein toller Reisebericht.
Die umhäkelten Kanonen sind der Hammer!
Herzliche Grüße aus HH
Jana

Angelikas quilts and knits hat gesagt…

Hallo Britta,
eine Wattwanderung ist immer wieder schön, aber von Niedersachsen nach Hamburg zu gehen, ist schon etwas besonderes ;-)
Nach Helgoland hat es mich noch nie gezogen, obwohl ich die Fotos schön finde.
Liebe Grüße
Angelika

Angela , Jahrgang 1966 hat gesagt…

So beeindruckende Bilder! für die ich Dir herzlich danke.
Solch tolle Eindrücke vergisst man sicher nicht!
Liebe Grüsse von Angela

Marle hat gesagt…

Hallo Britta,
tolle Erlebnisse habt Ihr gehabt und so schöne Bilder hast Du uns mitgebracht. Vielen Dank für's Teilen.
LG
Marle

Petruschka hat gesagt…

Das sind ja faszinierende Fotos, die du uns zeigen kannst. Helgoland wäre ja auch mal ein schönes Urlaubsziel.
Die Kanonen sind klasse.

LG, Petruschka